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23. bis 30. Juli 2009

     
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Liebe Leserinnen und Leser,

als Deutschlandpremiere präsentieren Regisseur Parviz Shabazi, Hauptdarstellerin Mina Sadati und Produzent Behrouz Sadati ihren aktuellen Spielfilm AYARE 14 (14 Karat, 2009) am morgigen Freitag. Die Geschichte der deutsch-iranischen Koproduktion begann vor Jahren in unserem Kino: Damals stellte Shabazi seinen international gefeierten und für den Oscar nominierten Spielfilm DEEP BREATHE (2003) vor und lernte den Frankfurter Filmagenten Sadati kennen. Aus der Begegnung entwickelte sich eine konkrete Zusammenarbeit, an der auch Abbas Kiarostami mitwirkte.

Sein Name ist untrennbar mit dem Alien aus Ridley Scotts gleichnamigen Klassiker verbunden, sein in mehr als drei Jahrzehnten hinweg entstandenes filmisches Werk wirkt bis heute stilprägend für das Science-Fiction und Horrorgenre. Erstmals vereint unsere seit Januar laufende Sonderstellung H.R. Giger. Kunst · Design · Film die filmischen Arbeiten des Schweizer Künstlers. Nur noch bis Sonntag können Sie die Schau in unserem Haus sehen.

Ein Hinweis für alle Freunde der Frankfurter Kinowoche: Das Open-Air heute Abend auf dem Lohrberg mit Michelangelo Antonionis BLOWUP (GB 1966/67) findet auch bei Regen statt, ein Bankplatz ist garantiert. Bitte wetterfeste Kleidung und/oder Regenschirm mitbringen! Tickets sind an der Abendkasse noch erhältlich.

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Hommage an Isabelle Huppert
Retrospektive Michael Haneke
Iranischen Filmpremiere
Samstagsfilme
Klassiker & Raritäten
Bernhard Grzimek - Zum 100. Geburtstag
Kinderkino & Kinderatelier
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

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Online-Shop

         
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  H.R. Giger. Kunst - Design - Film   H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM - nur noch bis 26. Juli
Die Ausstellung präsentiert einen umfangreichen Einblick in die filmbezogenen Arbeiten des Schweizer Künstlers H.R. Giger. Neben zahlreichen Entwürfen und rund 35 Original-Gemälden sind auch Skulpturen wie der Humanoid aus SWISSMADE 2069 (Fredi M. Murer, CH 1968) und einer der Harkonnen – Stühle zu sehen, die Giger für das Dune-Projekt von Regisseur Alejandro Jodorowsky entwarf. Ausgestellt sind zudem beeindruckende Filmtrick-Requisiten und Kostümteile, Modelle der Alien-Kreatur sowie eine transparente Büste von Sil aus SPECIES. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
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  LA PIANISTE Die Klavierspielerin

LA CEREMONIE Biester

LE TEMPS DU LOUP Wolfzeit

L'IVRESSE DU POUVOIR Geheime Staatsaffären

  HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT
Zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem mit dem Darstellerpreis in Cannes, erhielt Isabelle Huppert für die Hauptrolle in Michael Hanekes LA PIANISTE (Die Klavierspielerin, 2001) nach dem Roman von Elfriede Jelinek. Darin spielt sie schonungslos eine äußerlich von Tugend besessene, strenge Klavierlehrerin am Wiener Konservatorium, die auf die romantischen Avancen eines Schülers (Benoît Magimel) eingeht und dabei sadomasochistische Gewaltfantasien offenbart – daraus entwickelt sich ein Geflecht aus Über- und Unterordnung.
In der apokalyptischen Vision LE TEMPS DU LOUP (Wolfzeit, 2003) – ebenfalls von Haneke – flieht eine Familie aus der Stadt in ihr abgelegenes Wochenendhaus. Dort wird sie von Eindringlingen überrascht, die den Vater ermorden, während die Mutter (Isabelle Huppert) mit den Kindern entkommt. Auf der Flucht beginnt ein schmerzlicher Lernprozess: Recht und Gesetz existieren nicht mehr und die Menschen zeigen ihre schlimmsten Seiten.
Schweigsam und zuverlässig arbeitet das Dienstmädchen Sophie (Sandrine Bonnaire) in einem wohlhabenden Haus. Als sie sich mit einer Postangestellten anfreundet (Isabelle Huppert), fassen die beiden Frauen einen unheilvollen Plan. Für ihre Rolle in Chabrols LA CÉRÉMONIE (Biester, 1995), einer Studie über Machtstrukturen, gewann Huppert den César als beste Schauspielerin und teilte sich in Venedig den Darstellerpreis mit Sandrine Bonnaire.
In Patrice Chéreaus GABRIELLE (Gabrielle – Liebe meines Lebens, 2005), nach einer Erzählung von Joseph Conrad, glänzt eine gleichsam versteinerte und dennoch magische Huppert: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnen ein gut situierter Pariser Bürger und seine untreue Frau (Isabelle Huppert) ein langes, schockierend offenes Gespräch. Über das konkrete Scheitern einer Ehe hinaus spiegelt der Film auch die selbstzerstörerische Wirkung der Dekadenz.
L'IVRESSE DU POUVOIR (Geheime Staatsaffären, 2006), uraufgeführt im Wettbewerb der Berlinale, greift die „Elf-Affäre“ um ein weltweites Schmiergeldsystem auf. Im Mittelpunkt steht die Untersuchungsrichterin, die zur Volksheldin avancierte, privat immer mehr unter dem Druck litt und schließlich scheiterte. Über die Zusammenarbeit mit Claude Chabrol sagte Huppert: „Chabrol ist für mich so etwas wie Sternberg es für Marlene Dietrich war. Er kennt mich besser als jeder andere.“ mehr
       
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  CODE INCONNU Code: Unbekannt

LE TEMPS DU LOUP Wolfzeit

CACHE

 

 

RETROSPEKTIVE MICHAEL HANEKE
In seiner ersten französischen Produktion CODE INCONNU (Code: Unbekannt, 2000) versammelt Haneke lose miteinander verwobene Gesichter und Geschichten und montiert aus scheinbar willkürlichen Fragmenten ein gebrochenes, distanziertes und zugleich hoch codiertes Gegenwartsbild. Der Film beginnt auf einem Boulevard in Paris, dort begegnet die Schauspielerin Anne (Juliette) dem Bruder ihres als Kriegsreporter arbeitenden Freundes.
Auch im dritten Teil von Hanekes „Trilogie der Vergletscherung der Gefühle”, 71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS (1994), bildet eine Gewalttat ohne ausreichend erklärendes Motiv den Kulminationspunkt: Am 23. Dezember 1993 tötet ein 19-Jähriger in einer Bankfiliale drei Menschen und begeht anschließend Selbstmord. Eine Abfolge von 71 Szenen zeigt die Menschen, deren Schicksale durch den Amoklauf verbunden sind.
Das beeindruckende existentialistische Drama CACHÉ (2005) wurde mit fünf Europäischen Filmpreisen und mit dem Regiepreis in Cannes ausgezeichnet. Georges (Daniel Auteuil) lebt mit seiner Frau (Juliette Binoche) und seinem Sohn in einem Pariser Vorort. Eines Tages bekommt er heimlich aufgenommene Videos von sich und seiner Familie sowie beunruhigende Zeichnungen geschickt. Der Inhalt wird allmählich persönlicher und Georges sieht sich und seine Familie bedroht.
In der Hommage an Isabelle Huppert sehen Sie zwei weitere Werke von Haneke: LA PIANISTE (Die Klavierspielerin, 2001), nach einem Roman von Elfriede Jelinek, das in Cannes den Großen Preis der Jury erhielt und die apokalyptische Vision LE TEMPS DU LOUP (Wolfzeit, 2003). mehr
   
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  Mina Sadati   IRANISCHE FILMPREMIERE
Als Deutschlandpremiere präsentiert Regisseur Parviz Shabazi seinen neuen Spielfilm AYARE 14 (14 Karat, 2009). Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, als ein Fremder in seiner kleinen Heimatstadt auftaucht. Beim Fajr Film Festival gewann die deutsch-iranische Koproduktion den Großen Preis der Jury. Regie-Kollege Abbas Kiarostami, Preisträger von Cannes und Venedig, zeichnet sich für das Design verantwortlich und inszenierte die letzte Szene.
Als Gäste werden Regisseur Parviz Shabazis, Hauptdarstellerin, Hauptdarstellerin Mina Sadati und Produzent Behrouz Sadati (SaraeSfilm, Frankfurt) zum Filmgespräch erwartet. mehr
   
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  Filme von Maya Deren vorgestellt von Anja Czioska   SAMSTAGSFILME
Anja Czioska präsentiert diesen Monat Werke von Maya Deren. Dazu schreibt die Absolventin der Städelschule: „ausgesucht wurden 5 kurzfilme von maya deren, der legendären amerikanischen avantgarde-filmemacherin, voodoo-expertin und zentralen figur der new yorker kunstszene der 40er und 50er jahre.“
Gezeigt werden MESHES OF THE AFTERNOON, AT LAND, STUDY IN CHOREOGRAPHY FOR CAMERA, RITUAL IN TRANSFIGURED TIME und MEDITATION IN VIOLENCE. mehr
       
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  LORD OF THE FLIES Herr der Fliegen

THE LONELINESS OF THE LONG DISTANCE RUNNER

  KLASSIKER UND RARITÄTEN
Zum Abschluss der Ausstellung „Caravaggio in Holland“ im Städel Museum zeigen wir CARAVAGGIO (1987). Derek Jarmans kongeniale, mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete Filmbiografie handelt vom Leben Michelangelo Merisis (Nigel Terry), dem ersten großen Renaissance-Maler Italiens. „Ein Film über einen Homosexuellen, einen Künstler, über einen Mörder, nicht über ein Opfer. Ein eher unangenehmer Mensch”, so Jarman.
LORD OF THE FLIES (Herr der Fliegen, 1963), Peter Brooks Verfilmung des berühmten Romans von William Golding, ist eine düstere Allegorie auf die Gesellschaft und die ihr inhärente Gewaltbereitschaft. Eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen Schülern eines Eliteinternats rettet sich nach einem Flugzeugabsturz auf eine einsame Insel. Fern der Zivilisation siegen schon bald dumpfe Instinkte und Machtgier.
Das Sozialdrama THE LONELINESS OF THE LONG DISTANCE RUNNER (Die Einsamkeit des Langstreckenläufers, 1962), Tony Richardsons preisgekrönte Romanverfilmung nach Alan Sillitoe, gilt als beispielhaftes filmhistorisches Werk des britischen „Free Cinema”. Colin Smith, der nach einem Einbruch in eine Erziehungsanstalt gesteckt wurde, soll als Langstreckenläufer beim „Long Distance Cup” das Image des Heims aufbessern.
Eine Rarität zeigen wir aus unserer Retrospektive Michael Haneke: 71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS (1994), der Abschluss seiner „Trilogie der Vergletscherung der Gefühle”. mehr
       
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  BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG   BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG
Die Galerieausstellung würdigt den legendären Frankfurter Zoodirektor, der das TV- und Kinopublikum über Generationen hinweg für Tiere und deren Schutz begeisterte. Präsentiert werden unter anderem zahlreiche Ausschnitte aus seinen Lang-, Kurz- und Fernsehfilmen, Fotografien von Dreharbeiten in Afrika sowie Film- und Fernsehpreise. Die Hommage entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Grzimek, dem Zoo Frankfurt und dem Hessischen Rundfunk. mehr
       
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  BLÖDE MÜTZE!   KINDERKINO & KINDERATELIER
Mowgli, das Menschenkind aus dem Disney-Klassiker DAS DSCHUNGELBUCH (1967), wird von einer Wölfin aufgezogen. Als der menschenfressende Tiger Shir Khan im Dschungel sein Unwesen treibt, soll der Panther Baghira den Jungen in die nächste Siedlung in Sicherheit bringen. Während ihrer Flucht treffen sie auf den sorglosen Bären Balu, dem sich Mowgli am liebsten für immer anschließen würde. Doch zum ersten Mal ist der Dschungel für ihn eine Gefahr. mehr

Vom 13. Juli bis 21. August sind Sommerferien in Hessen. Unsere Museumspädagogik bietet ein buntes Programm von Workshops – mit vielen Überraschungen. Mitmachen kann jeder ab zehn Jahren. Am ersten Wochenende nach den Ferien werden alle selbst gedrehten Filme in einer Premierenvorführung in unserem Kino gezeigt. Informationen und Anmeldung.

In unserem kinderatelier können Besucher am Wochenende optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Trickfilm animieren, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
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  filmportal.de   NEUES AUF FILMPORTAL.DE
Neu im Kino: SALAMI ALEIKUM (2009)
Vor vier Jahren beeindruckte der Regisseur Ali Samadi Ahadi mit dem Dokumentarfilm "Lost Children", der sich des traurigen Schicksals von Kindersoldaten in Uganda annahm. Mit seinem Spielfilm "Salami Aleikum" schlägt er nun einen ganz und gar anderen Ton an... mehr
Neu im Kino: MULLEWAPP (2008)
Sie tragen kuriose Namen wie Franz von Hahn, Schweinchen Waldemar oder Maître Wolf: die Tiere auf dem Bauernhof Mullewapp, deren spannende Abenteuer zahllosen Kindern aus Helme Heines Kinderbüchern und einer TV-Serie bestens bekannt sind. mehr
Schauspieler der Woche: Emil Jannings
Vor 125 Jahren, am 23. Juli 1884, wurde Emil Jannings geboren, und sein Name bleibt bis heute mit Klassikern des Weimarer Kinos verbunden: Unter der Regie von Ernst Lubitsch spielte Jannings in "Madame Dubarry" und "Anna Boleyn", er brillierte im "Varieté" von E. A. Dupont und er verkörperte denkwürdige Charaktere in "Der letzte Mann" und "Der blaue Engel". mehr

       
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  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

23 Do

 

Klassiker & Raritäten
CARAVAGGIO (OmU)

Isabelle Huppert | Retrospektive Michael Haneke
LA PIANISTE (OmU)

 

24 Fr

14.30 Uhr: Kinderkino
DAS DSCHUNGELBUCH (DF) FSK ab 6

17.45 Uhr: Retrospektive Michael Haneke
CODE INCONNU (OmU)

20.00 Uhr: Iranische Premiere
14 KARAT (OmeU)
Zu Gast: Parviz Shabazi, Mina Sadati

22.45 Uhr: Iranische Premiere WH
14 KARAT (OmeU)
Zu Gast: Parviz Shabazi, Mina Sadati

25 Sa

 

Klassiker & Raritäten
CARAVAGGIO (OmU)

Retrospektive Michael Haneke | Isabelle Huppert
LE TEMPS DU LOUP (OmU)

Samstagsfilme
Filme von Maya Deren
vorgestellt von Anja Czioska

26 So

16.00 Uhr: Kinderkino
DAS DSCHUNGELBUCH (DF) FSK ab 6

Retrospektive Michael Haneke | Isabelle Huppert
LE TEMPS DU LOUP (OmU)

Isabelle Huppert
LA CEREMONIE (OmU)

 

27 Mo

 

Keine Vorstellung

Keine Vorstellung

 

28 Di

 

Klassiker & Raritäten | Retrospektive Michael Haneke
71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS

Isabelle Huppert
GABRIELLE (OmU)

 

29 Mi

 

Klassiker & Raritäten
LORD OF THE FLIES (OF)
Einführung: Thomas Worschech

Retrospektive Michael Haneke
CACHÉ (OmU)

 

30 Do

 

Klassiker & Raritäten
THE LONELINESS OF THE LONG DISTANCE RUNNER (OmU)
Einführung: Felix Fischl

Isabelle Huppert
L'IVRESSE DU POUVOIR (OmU)

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm Juli (PDF/Flash) und August (PDF/Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium Juli und Tabellarium August zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin