DIF/DFM
 

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16. bis 23. Juli 2009

     
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Liebe Leserinnen und Leser,

in zehn Tagen endet unsere Sonderausstellung H.R. Giger. Kunst · Design · Film. Der Schweizer Künstler, Schöpfer des Aliens für den gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des „Phantastischen Realismus". Erstmals werden seine wichtigen, filmbezogenen Werke in einer Schau vereint.

Die Reihe Archivführung widmet sich am kommenden Mittwoch unserer umfangreichen Plakatsammlung, „Filmplakate beiderseits des Eisernen Vorhangs“ lautet das Thema. DIF-Mitarbeiterin Andrea Stengel präsentiert Kinoplakate aus Ost und West. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in unsere Bestände und die archivarische Arbeit. mehr

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

Hommage an Isabelle Huppert
Retrospektive Michael Haneke
Klassiker & Raritäten
H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Bernhard Grzimek - Zum 100. Geburtstag
Kinderkino & Kinderatelier
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

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Online-Shop

         
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  LOULOU

COUP DE FOUDRE Entre nous

MADAME BOVARY

MALINA

LA CEREMONIE Biester

LA SEPARATION Trennung

  HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT
Die Französische Filmwoche, bei der wir Isabelle Huppert und Werner Schroeter als Gäste begrüßen konnten, ist mittlerweile zu Ende. Die begleitende Hommage an die großartige Actrice geht noch bis Ende des Monats.
Maurice Pialats LOULOU (1980) handelt von der reichen, gelangweilten Nelly (Isabelle Huppert), die dem arbeitslosen Hilfsarbeiter und ehemaligen Häftling Loulou (Gérard Depardieu) verfällt. Subtil und feinfühlig-psychologisch wird ein schwieriges Beziehungsdreieck beobachtet, das sich als Konflikt sozialer Umfelder erweist. Huppert lobte die Atmosphäre am Set: „Dank oder wegen ihr hat Loulou diese feuchte, düstere, physische, fantastische Qualität!“
COUP DE FOUDRE (Entre nous, 1983) von Diane Kury ist eine Analyse von Sehnsüchten und Liebesfluchten: Die Jüdin Lena (Isabelle Huppert), die während der Diktatur des Vichy-Regimes in ein Internierungslager gebracht und dort - zu ihrer Rettung - von einem Wärter geheiratet wurde, und Madeleine (Miou-Miou), die ihren ersten Mann während einer Straßenschlacht verlor, begegnen sich in den 1950er Jahren. Je mehr sie sich einander annähern, umso stärker entfremden sie sich von ihren Partnern.
Eine der berühmtesten weiblichen Figuren der französischen Literatur verkörperte Huppert in Claude Chabrols MADAME BOVARY (1991), nach einem Roman von Gustave Flaubert: Die Gattin eines Landarztes durchlebt die Langeweile und Enge des Provinzlebens und flüchtet sich in kurze, aber umso schmerzlichere Affären. epd Film lobte den Schnitt, „[…] der mit seinem stetigen Rhythmus und seiner Logik der unerbittlichen Präzision Flauberts gerecht wird“.
Nach einem Drehbuch von Elfriede Jelinek verfilmte Werner Schroeter mit MALINA (1991) den einzigen Roman Ingeborg Bachmanns. Eine Wiener Schriftstellerin (Isabelle Huppert) sucht in der Affäre mit einem jungen Ungarn einen Ausweg aus ihrer leidenschaftslosen Ehe, doch mit zunehmender Enttäuschung verliert sie sich in ihren eigenen Träumen und Wahnvorstellungen.
Schweigsam und zuverlässig arbeitet das Dienstmädchen Sophie (Sandrine Bonnaire) in einem wohlhabenden Haus. Als sie sich mit einer Postangestellten anfreundet (Isabelle Huppert), fassen die beiden Frauen einen unheilvollen Plan. Für ihre Rolle in Chabrols LA CÉRÉMONIE (Biester, 1995), einer kammerspielartigen Studie über Machtstrukturen, gewann Huppert den César als beste Schauspielerin und teilte sich in Venedig den Darstellerpreis mit Sandrine Bonnaire.
Während einer Kinovorstellung von Rossellinis EUROPA ’51 versucht Pierre (Daniel Auteuil) die Hand seiner Frau (Isabelle Huppert) zu fassen, doch sie zieht sie zurück, und er spürt zum ersten mal ihre Entfremdung. Überwiegend aus der Perspektive des Ehemannes erzählt, gestaltet Christian Vincent mit LA SÉPARATION (Trennung, 1994) eine konsequent leidenschafts-, aber nicht gefühllose Analyse eines Auseinanderlebens.
Vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Darstellerpreis in Cannes, wurde Isabelle Huppert für die Hauptrolle in LA PIANISTE (Die Klavierspielerin, 2001) nach dem Roman von Elfriede Jelinek und unter der Regie Michael Hanekes, einem ihrer erklärten Lieblingsregisseure: Die strenge Klavierlehrerin Erika Kohut beginnt eine Verhältnis mit ihrem Schüler Walter (Benoît Magimel) und offenbart ihre sadomasochistischen Gewaltfantasien – der Beginn eines quälenden Geflechts aus Über- und Unterordnung. mehr
       
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  BENNY’S VIDEO

FUNNY GAMES

CODE INCONNU Code: Unbekannt

FUNNY GAMES U.S.

DAS SCHLOSS

  RETROSPEKTIVE MICHAEL HANEKE
BENNY’S VIDEO (1992), der vielfach ausgezeichnete zweite Teil von Hanekes „Trilogie der Vergletscherung der Gefühle”, sorgte für großes Aufsehen und kontroverse Diskussionen. Der 13-jährige, von seinen Eltern (Angela Winkler, Urich Mühe) vernachlässigte Gymnasiast Benny (Arno Frisch), lädt ein Mädchen zu sich ein und tötet es vor laufender Kamera. Haneke enthält sich dabei jeden Kommentars und jeder Erklärung.
Funny Games (1996), Hanekes vielleicht am schwersten zu ertragender Film, ist nicht nur Medienkritik, sondern eine philosophische Reflexion über Schuld, Gewalt und Voyeurismus: Ulrich Mühe spielt darin einen Familienvater, der mit seiner Frau (Susanne Lothar) und seinem Sohn in ein abgelegenes Ferienhaus reist. Dort werden sie von zwei Jugendlichen (Frank Giering und Arno Frisch) heimgesucht, die sich als gnadenlose Sadisten entpuppen. Achtung: geänderte Anfangszeit! Die Vorstellung von FUNNY GAMES am Freitag, 17.7. beginnt erst um 23.00 Uhr.
In seiner ersten französischen Produktion CODE INCONNU (Code: Unbekannt, 2000) versammelt Haneke Gesichter und Geschichten, die lose miteinander verwoben sind. Aus scheinbar willkürlichen Fragmenten montiert er ein gebrochenes, distanziertes und zugleich hoch codiertes Gegenwartsbild. Der Film beginnt auf einem Boulevard in Paris, dort begegnet die Schauspielerin Anne (Juliette Binoche) dem Bruder ihres als Kriegsreporter arbeitenden Freundes.
Unter dem Titel Funny Games U.S. (2007) präsentierte Haneke ein mit internationalen Stars (unter anderem Naomi Watts und Tim Roth) besetztes, englischsprachiges Shot-by-Shot-Remake seines eigenen Films. Erneut reflektiert er das Verhältnis von Gewalt, Gewaltdarstellung und Voyeurismus.
Mit instinktsicherer Strenge transformiert Haneke in dem Fernsehfilm Das Schloss (1998) die beklemmende Stimmung von Kafkas literarischen Vorlage ins filmische. K. (Ulrich Mühe) kommt in ein Dorf in der Nähe eines Schlosses, um eine Stelle als Landvermesser anzutreten. Keiner weiß etwas von einem derartigen Auftrag; jeder Versuch, in das Schloss vorzudringen, scheitert. Die Bürokratie verhindert in ihrer Undurchdringlichkeit und Willkür jede Klärung seiner Situation.
Mit seinem ersten Kinofilm DER SIEBENTE KONTINENT (1989) fand Haneke zu seiner genuinen Filmsprache. Der erste Teil der „Trilogie der Vergletscherung der Gefühle” hinterlässt Ratlosigkeit, provoziert aber auch Widerspruch: Erstarrt in der Routine des Berufslebens und einer austauschbaren privaten Existenz beschließt eine Familie den gemeinsamen Selbstmord, der penibel und mit unerbittlicher Konsequenz umgesetzt wird.
Haneke ist auch einer der erklärten Lieblingsregisseure von Isabelle Huppert. In unserer Hommage zeigen wir ihre gemeinsame Produktion LA PIANISTE (Die Klavierspielerin, 2001) nach dem Roman von Elfriede Jelinek. Mit dem provokanten Drama, das in Cannes den Großen Preis der Jury erhielt, gelang Haneke der internationale Durchbruch. mehr
       
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  CARAVAGGIO

 

 

KLASSIKER UND RARITÄTEN
Zum Abschluss der Ausstellung Caravaggio in Holland im Frankfurter Städel zeigen wir CARAVAGGIO (1987). Derek Jarmans kongeniale Filmbiografie über das ungewöhnliche Leben von Michelangelo „Caravaggio” Merisi (Nigel Terry), dem ersten großen Maler der italienischen Renaissance, wurde mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete. „Ein Film über einen Homosexuellen, einen Künstler, über einen Mörder, nicht über ein Opfer. Ein eher unangenehmer Mensch”, erklärte der Regisseur.
Weitere Klassiker bietet unsere Hommage an Isabelle Huppert mit Maurice Pialats LOULOU (1980), Werner Schroeters Film MALINA (1991) und LA SÉPARATION (Trennung, 1994) von Regisseur Christian Vincent. Eine Rarität gibt es in der Retrospektive Michael Haneke mit seinem ersten Kinofilm DER SIEBENTE KONTINENT (1989) zu sehen. mehr
   
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  H.R. Giger. Kunst - Design - Film   H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM
Der Countdown läuft! Nur noch bis zum 26. Juli präsentiert unsere Sonderausstellung filmbezogene Arbeiten des Schweizer Künstlers. Die von Giger als „schönste und liebevollste Inszenierung“ gelobte Schau zeigt neben zahlreichen Entwürfen und Original-Gemälden auch faszinierende Skulpturen sowie spannende Filmtrick-Requisiten und Kostümteile. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
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  BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG   BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG
Die Galerieausstellung würdigt den legendären Frankfurter Zoodirektor, der das TV- und Kinopublikum über Generationen hinweg für Tiere und deren Schutz begeisterte. Präsentiert werden unter anderem zahlreiche Ausschnitte aus seinen Lang-, Kurz- und Fernsehfilmen, Fotografien von Dreharbeiten in Afrika sowie Film- und Fernsehpreise. Die Hommage entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Grzimek, dem Zoo Frankfurt und dem Hessischen Rundfunk. mehr
       
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  BLÖDE MÜTZE!   KINDERKINO & KINDERATELIER

Gleich am ersten Tag in der neuen Schule hat der zwölfjährige Martin seinen Spitznamen weg: BLÖDE MÜTZE! (2006) nennen ihn die Anderen wegen seiner Schirmmütze mit dem Aufdruck „Champion“. Heimlich verliebt in seine Mitschülerin Silke und ohne Freunde wird er auch noch bei jeder Gelegenheit von dem coolen Oliver schikaniert. Aber Martin beginnt zu kämpfen: um Silke, gegen Oliver – und schließlich um die Freundschaft von beiden. mehr

Vom 13. Juli bis 21. August sind Sommerferien in Hessen. Unsere Museumspädagogik bietet ein buntes Programm von Workshops – mit vielen Überraschungen. Mitmachen kann jeder ab zehn Jahren. Am ersten Wochenende nach den Ferien werden alle selbst gedrehten Filme in einer Premierenvorführung in unserem Kino gezeigt. Informationen und Anmeldung.

In unserem kinderatelier können Besucher am Wochenende optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Trickfilm animieren, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
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  filmportal.de   NEUES AUF FILMPORTAL.DE
Neu im Kino: UMDEINLEBEN (2008)
Sechs Frauen zwischen Leben und Überleben. In sechs verschiedenen Raumsituationen halten sie eindringliche, mal dramatische, mal selbstironische Monologe über ihre Lebenssituationen, über Sehnsüchte und (verpasste) Chancen. mehr
Neu auf DVD: EIN KÄFER GEHT AUFS GANZE (1970/1971)
Anfang der 1970er machte ein kleines Auto im deutschen Unterhaltungsfilm große Karriere. VW-Käfer "Dudu", die hiesige Version des Disney-Wunderkäfers "Herbie" – und anfangs gar augenzwinkernd als ein und dasselbe Gefährt eingeführt – begeisterte mit Kulleraugen-Scheinwerfern, technischen Gimmicks und seinem eigenwilligen Gemüt junge und jung gebliebene Zuschauer. mehr
Schauspielerin der Woche: Nina Petri
Als "Die tödliche Maria" in Tom Tykwers erstem Langfilm wurde sie mit einem Schlag berühmt. Seitdem hat Nina Petri für Fernsehen und Leinwand viele ganz unverwechselbare – und oft kantige – Charaktere zum Leben erweckt. mehr

       
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  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

16 Do

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
LOULOU (OmU)
Einführung: Michael Schurig

Isabelle Huppert
COUP DE FOUDRE (OmeU)

 

17 Fr

14.30 Uhr: Kinderkino
BLÖDE MÜTZE!
FSK ab 6, empfohlen ab 8 Jahren

Retrospektive Michael Haneke
BENNY’S VIDEO

Isabelle Huppert
MADAME BOVARY (OmeU)

23.00 Uhr: Retrospektive Michael Haneke
FUNNY GAMES

18 Sa

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
MALINA (dt.OF)

Retrospektive Michael Haneke
CODE INCONNU (OmU)

Retrospektive Michael Haneke
FUNNY GAMES U.S. (OmU)

19 So

16.00 Uhr: Kinderkino
BLÖDE MÜTZE!
FSK ab 6, empfohlen ab 8 Jahren

Isabelle Huppert
LA CEREMONIE (OmU)

Retrospektive Michael Haneke
DAS SCHLOSS (dt.OFmeU)

 

20 Mo

 

Keine Vorstellung

Keine Vorstellung

 

21 Di

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
LA SEPARATION (OmeU)

Retrospektive Michael Haneke
DAS SCHLOSS (dt.OFmeU)

 

22 Mi

 

Klassiker & Raritäten | Retrospektive Michael Haneke
DER SIEBENTE KONTINENT
Einführung: Tim Heptner

Retrospektive Michael Haneke
FUNNY GAMES

 

23 Do

 

Klassiker & Raritäten
CARAVAGGIO (OmU)

Isabelle Huppert | Retrospektive Michael Haneke
LA PIANISTE (OmU)

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm Juli (PDF / Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium Juli zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin