DIF/DFM
 

Newsletter

09. bis 16. Juli 2009

     
Trennlinie
         
 

Liebe Leserinnen und Leser,

am Sonntag endet mit UN CONTE DE NOËL (A Christmas Tale, 2008) die 2. Französische Filmwoche, die begleitende Hommage an Isabelle Huppert läuft noch bis 31. Juli. Neben der Grande Dame bietet unsere Filmwoche auch aufstrebende Schauspielerinnen in aktuellen Produktionen, darunter Chiara Mastroianni in UN CHAT UN CHAT (Pardon My French, 2009), Diane Kruger in POUR ELLE (Anything for Her, 2008) und Audrey Tautou in COCO AVANT CHANEL (Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft, 2009).

In der kommenden Woche beginnt unserer Retrospektive Michael Haneke, der zu den kontroversesten Autorenfilmern des europäischen Kinos zählt, sich von ästhetischen und narrativen Konventionen losgesagt hat und sein Publikum immer wieder zu verstören und zu begeistern weiß. Bis 31. Juli zeigen wird alle neun seit 1989 entstandenen, vielfach ausgezeichneten Kinofilme und einen Fernsehfilm des österreichischen Regisseurs; den Anfang macht sein erster Kinofilm DER SIEBENTE KONTINENT (1989).

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

2. Französiche Filmwoche
Hommage an Isabelle Huppert
Retrospektive Michael Haneke
H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Bernhard Grzimek - Zum 100. Geburtstag
Kinderkino & Kinderatelier
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

Newsletter-Abo
Online-Shop

         
blind Trennlinie
     
  POUR ELLE Anything for Her

UN CHAT UN CHAT Pardon My French

PARLEZ-MOI DE LA PLUIE Erzähl mir was vom Regen

JE L'AIMAIS Ich habe sie geliebt

UN CONTE DE NOËL A Christmas Tale

  2. FRANZÖSICHE FILMWOCHE
Fred Cavayés POUR ELLE (Anything for Her, 2008) entwickelt sich nach und nach zu einer immer rasanteren, tragischen Studie über Selbstaufgabe und Verzweiflung: Lisa (Diane Kruger) - glücklich verheiratet und Mutter eines Sohnes - wird wegen Mordes zu mehrjähriger Haft verurteilt. Von der Unschuld seiner Frau überzeugt, doch von der Justiz im Stich gelassen, entschließt sich Julien (Vincent Lindon), sie zu befreien.
In kontrastreichem Schwarzweiß inszeniert Philippe Garrel in LA FRONTIÈRE DE L'AUBE (Frontier of Dawn, 2008) eine Verschmelzung von Realität und Einbildung: Die Schauspielerin Carole nimmt sich aus Verzweifelung über das Scheitern ihrer Affäre mit François das Leben und erscheint ihm ein Jahr darauf, kurz vor seiner Eheschließung als Geist. Garrels Parabel auf die Macht der Liebe wurde beim Festival in Venedig ausgezeichnet.
In COCO AVANT CHANEL (Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft, 2009) thematisiert Anne Fontaine die frühen Jahre der Frau, die eine Revolution auf dem Gebiet der Mode in Gang setzte: Aufgewachsen in einem Waisenhaus, versucht Coco Chanel (Audrey Tautou) sich zunächst in der Varietészene und scheitert. Mit der Unterstützung eines wohlhabenden Liebhabers kann sie ihr wahres Talent verwirklichen: das Nähen und Entwerfen von Kleidern.
LA VIE MODERNE (Modern Life, 2008) beschließt Raymond Depardons Trilogie „Profils paysans” über den Alltag von Landarbeitern, zu denen er während langer Aufenthalte in der Provinz Kontakt und Vertrauen gefunden hat. Die Kamera beobachtet die schweigsamen Zeitgenossen bei ihrer Arbeit und entlockt ihnen interessante und brisante Kommentare. Die einfühlsame Dokumentation kann als Kritik am modernen hastigen Leben verstanden werden.
In UN CHAT UN CHAT (Pardon My French, 2009) von Sophie Fillières, reich an überraschenden Wendungen und amüsanten Ideen, stehen zwei ungewöhnliche Frauen im Mittelpunkt: Die Schriftstellerin Nathalie (Chiara Mastroianni), die eigentlich Célimène heißt, an einer Schreibblockade leidet und im wirklichen Leben kaum Fuß fassen kann. Und Anais, die alles von Nathalie gelesen hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als dass diese über ihr Leben schreibt.
Agnès Jaouis neuer Film PARLEZ-MOI DE LA PLUIE (Erzähl mir was vom Regen, 2008) erzählt in lose miteinander verbundenen Episoden aus dem Leben eines wenig begabten Dokumentarfilmer (Jean-Pierre Bacri), seines wesentlich talentierteren Assistenten (Jamel Debbouze) und einer erfolgreichen Politikerin (Agnès Jaoui). Das Drehbuch entwickelt um die sorgsam ausgestalteten Charaktere amüsante und berührende Momente.
Zabou Breitmans dritter Spielfilm JE L'AIMAIS (Ich habe sie geliebt, 2009) beeindruckt durch intensiv gespielte Szenen und pointierte Dialoge: Nach der Trennung von ihrem Mann wohnt Mathilde ein paar Tage bei ihrem Schwiegervater (Daniel Auteuil), der ihr eines Nachts sein Geheimnis anvertraut: die Beziehung zu einer Frau (Marie-Josée Croze), die er im Nachhinein als seine große Liebe erkennt und die an seiner Mutlosigkeit und Angepasstheit scheiterte.
In Arnaud Desplechins Cannes-Teilnehmer UN CONTE DE NOËL (A Christmas Tale, 2008) beweisen einige der besten französischen Schauspieler ihr Können:   Die Freude über das weihnachtliche Beisammensein findet ein jähes Ende durch die Nachricht der Gastgeberin Junon (Catherine Deneuve), dass sie an Leukämie erkrankt ist. Als Spender kommen nur ihr fragiler Enkel und ihr Sohn (Mathieu Amalric) in Frage, doch gerade die Beziehung zu ihm ist sehr belastet. mehr
       
blind Trennlinie
     
  LA DENTELLIÈRE Die Spitzenklöpplerin

LOULOU

COUP DE FOUDRE Entre nous

 

  HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT
Mit der überwältigenden Darstellung ihrer ersten Hauptrollen in Claude Gorettas LA DENTELLIÈRE (Die Spitzenklöpperin, 1977) schaffte Huppert den Durchbruch als Charakterschauspielerin: Die in sich gekehrte, unscheinbare Béatrice arbeitet in einem Friseursalon. Eines Tages begegnet sie dem wohlhabenden, gebildeten François, der ihr erster Freund wird. Er erklärt ihr, dass sie sich weiterentwickeln, weiterbilden müsse, worauf sie augenscheinlich nicht reagiert.
Jean-Luc Godards SAUVE QUI PEUT (LA VIE) (Rette sich, wer kann – das Leben, 1980) erzählt in Form von unzusammenhängenden Episoden drei gleichnishafte Geschichten von menschlichen Begegnungen: Huppert verkörpert die im Werk Godards stets wiederkehrende Rolle einer Prostituierten, die mühsam ihren Lebensunterhalt verdient.
Maurice Pialats LOULOU (1980) handelt von der reichen, gelangweilten Nelly (Isabelle Huppert), die dem arbeitslosen Hilfsarbeiter und ehemaligen Häftling Loulou (Gérard Depardieu) verfällt. Subtil und feinfühlig-psychologisch wird ein schwieriges Beziehungsdreieck beobachtet, das sich als Konflikt sozialer Umfelder erweist. Huppert lobte die Atmosphäre am Set: „Dank oder wegen ihr hat Loulou diese feuchte, düstere, physische, fantastische Qualität!“
Diane Kurys COUP DE FOUDRE (Entre nous, 1983) ist eine verständnisvolle Analyse von Sehnsüchten und Liebesfluchten: Die Jüdin Lena (Isabelle Huppert), die während der Vichy-Diktatur in ein Internierungslager gebracht und dort - zu ihrer Rettung - von einem Wärter geheiratet wurde, und Madeleine (Miou-Miou), die ihren ersten Ehemann während einer Straßenschlacht verlor, begegnen sich in den 1950er Jahren. Je mehr sie sich einander annähern, umso stärker entfremden sie sich von ihren Partnern. mehr
       
  Trennlinie
     
  71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS

 

 

RETROSPEKTIVE MICHAEL HANEKE
Mit seinem ersten Kinofilm DER SIEBENTE KONTINENT (1989) fand Haneke zu seiner genuinen Filmsprache. Der erste Teil der „Trilogie der Vergletscherung der Gefühle” hinterlässt Ratlosigkeit, provoziert aber auch Widerspruch: Erstarrt in der Routine des Berufslebens und einer austauschbaren privaten Existenz beschließt eine Familie den gemeinsamen Selbstmord, der penibel und mit unerbittlicher Konsequenz umgesetzt wird.
Auch im dritten Teil der Trilogie, 71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS (1994), bildet eine Gewalttat ohne ausreichend erklärendes Motiv den Kulminationspunkt: Am 23. Dezember 1993 tötete ein 19-jähriger Student in einer Wiener Bankfiliale ohne ersichtlichen Grund drei ihm fremde Menschen und beging anschließend Selbstmord. In einer Abfolge von 71 Szenen zeigt Haneke Menschen, deren Schicksale durch den Amoklauf verbunden sind. mehr
   
  Trennlinie
     
  H.R. Giger. Kunst - Design - Film   H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM
Der Countdown läuft! Nur noch bis zum 26. Juli präsentiert unsere Sonderausstellung filmbezogene Arbeiten des Schweizer Künstlers. Die von Giger als „schönste und liebevollste Inszenierung“ gelobte Schau zeigt neben zahlreichen Entwürfen und Original-Gemälden auch faszinierende Skulpturen sowie spannende Filmtrick-Requisiten und Kostümteile. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
  Trennlinie
     
  BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG   BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG
Die Galerieausstellung würdigt den legendären Frankfurter Zoodirektor, der das TV- und Kinopublikum über Generationen hinweg für Tiere und deren Schutz begeisterte. Präsentiert werden unter anderem zahlreiche Ausschnitte aus seinen Lang-, Kurz- und Fernsehfilmen, Fotografien von Dreharbeiten in Afrika sowie Film- und Fernsehpreise. Die Hommage entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Grzimek, dem Zoo Frankfurt und dem Hessischen Rundfunk. mehr
       
  Trennlinie
     
  DIE VORSTADTKROKODILE   KINDERKINO & KINDERATELIER

DIE VORSTADTKROKODILE (2008) sind die coolste Jugend-Gang in einem Dortmunder Vorort. Hannes, das neue Mitglied, will mithilfe seiner Freunde die Belohnung zur Erfassung einer Diebesbande einstreichen. Der querschnittsgelähmte Kai weiß, wo die Krokodile suchen müssen, doch zunächst will ihn niemand dabei haben. Kai kämpft um seine Anerkennung, und die gefährliche Suche nach den Dieben stellt die Freunde vor die entscheidende Frage: Wann ist auf Freunde verlass und wo beginnt der Verrat? mehr

Vom 13. Juli bis 21. August sind Sommerferien in Hessen. Unsere Museumspädagogik bietet ein buntes Programm von Workshops – mit vielen Überraschungen. Mitmachen kann jeder ab zehn Jahren. Am ersten Wochenende nach den Ferien werden alle selbst gedrehten Filme in einer Premierenvorführung in unserem Kino gezeigt. Informationen und Anmeldung.

In unserem kinderatelier können Besucher am Wochenende optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Trickfilm animieren, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
  Trennlinie
     
  filmportal.de   NEUES AUF FILMPORTAL.DE
Neu im Kino: KLANG DER SEELE (2006/2007)
Warum lieben Menschen Musik? Und was bringt einen Menschen dazu, Klänge so zu arrangieren, dass ein melodisches Werk daraus entsteht? Diesen Fragen spürt der Regisseur Marian Czura in seinem Dokumentarfilm "Klang der Seele" nach. mehr
Neu auf DVD: SCAMPOLO (1957/1958)
Eine federleichte Liebesgeschichte vor der prächtigen Kulisse der Insel Ischia erzählt "Scampolo" aus dem Jahr 1958. Romy Schneider spielt hier eine ihrer unbekümmertsten und charmantesten Rollen als Waisenkind, das auf einem Hausboot lebt und etwas Geld mit dem Herumführen von Touristen und dem Ausliefern von Wäsche verdient. mehr
Person der Woche: Theo Nischwitz
Spezialeffekte gewinnen im Kino zwar immer mehr an Bedeutung – trotzdem kann man kaum einen der Effekt-Maestros namentlich benennen. In Deutschland gehörte Theo Nischwitz seit den 1930er Jahren zu den bedeutendsten Spezialeffekt-Tüftlern. mehr

       
  Trennlinie
       
     
  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

09 Do

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
MADAME BOVARY (OmeU)
Einf.: Beate Dannhorn

20.45 Uhr: Französische Filmwoche
POUR ELLE (OmU)

 

10 Fr

14.30 Uhr: Kinderkino
DIE VORSTADTKROKODILE
FSK ab 6, empfohlen ab 10 Jahren

Französische Filmwoche
LA FRONTIERE DE L'AUBE (OmeU)

Französische Filmwoche
COCO AVANT CHANEL (OF)

Französische Filmwoche
LA VIE MODERNE (OmeU)

11 Sa

 

Französische Filmwoche
UN CHAT UN CHAT (OmU)

Französische Filmwoche
PARLEZ-MOI DE LA PLUIE (OmU)

Französische Filmwoche
COCO AVANT CHANEL (OF)

12 So

16.00 Uhr: Kinderkino
DIE VORSTADTKROKODILE
FSK ab 6, empfohlen ab 10 Jahren

Französische Filmwoche
JE L'AIMAIS (OmU)

20.00 Uhr: Französische Filmwoche
UN CONTE DE NOËL (OmeU)

 

13 Mo

 

Keine Vorstellung

Keine Vorstellung

 

14 Di

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
LA DENTELLIÈRE (OmeU)
Einführung: Petra Kappler

Retrospektive Michael Haneke
DER SIEBENTE KONTINENT

 

15 Mi

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
SAUVE QUI PEUT (LA VIE) (OmeU)

Retrospektive Michael Haneke
71 FRAGMENTE EINER CHRONOLOGIE DES ZUFALLS

 

16 Do

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
LOULOU (OmU)
Einführung: Michael Schurig

Isabelle Huppert
COUP DE FOUDRE ENTRE NOUS (OmeU)

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm Juli (PDF / Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium Juli zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin