DIF/DFM
 

Newsletter

02. bis 09. Juli 2009

     
Trennlinie
         
 

Liebe Leserinnen und Leser,

am gestrigen Mittwochabend startete die 2. Französische Filmwoche, die aktuelles Kino präsentiert und mit der Hommage an Isabelle Huppert eine Grand Dame würdigt. Besonders freuen wir uns, dass Frau Huppert und Regisseur Werner Schroeter zwei gemeinsame Produktionen als Gäste am kommenden Mittwoch in unserem Kino vorstellen. Leider musste der Termin nach Drucklegung unseres Programmheftes von Montag auf Mittwoch verschoben werden, alle gekauften oder vorreservierten Karten behalten natürlich ihre Gültigkeit. Bedauerlicherweise sind beide Veranstaltungen bereits ausverkauft. Wie immer besteht die Möglichkeit, nicht abgeholte Karten an der Abendkasse zu erwerben.

Große Namen bietet auch unsere Auswahl aktueller Produktionen mit neuen Filmen von Agnès Varda und Claude Chabrol, weltbekannten Mimen wie Gérard Depardieu, Daniel Auteuil und Catherine Deneuve oder aufsteigenden Stars wie Audrey Tautou und Chiara Mastroianni.

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

2. Französiche Filmwoche
Hommage an Isabelle Huppert
Klassiker und Raritäten
Bernhard Grzimek - Zum 100. Geburtstag
H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Kinderkino & Kinderatelier
LUCAS – 32. Internationales Kinderfilmfestival
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

Newsletter-Abo
Online-Shop

         
blind Trennlinie
     
  BELLAMY Kommissar Bellamy

LES PLAGES D'AGNÈS Die Strände von Agnès

UN CHAT UN CHAT Pardon My French

LOUISE-MICHEL Louise Hires a Contract Killer

POUR ELLE Anything for Her

  2. FRANZÖSICHE FILMWOCHE
Mit BELLAMY (Kommissar Bellamy, 2008) erfüllte sich Claude Chabrol den langgehegten Traum, einen Film mit Gérard Depardieu zu drehen: Polizeikommissar Paul Bellamy möchte sich mit seiner Frau im Süden Frankreichs erholen. Dort taucht plötzlich sein Halbbruder, ein Lebemann und Abenteurer, auf, ein Fremder der glaubt, in einen Mordfall verwickelt zu sein, wendet sich an den launischen Kommissar und die Rätsel häufen sich.
LES PLAGES D'AGNÈS (Die Strände von Agnès, 2008) wurde mit dem César als beste Dokumentation ausgezeichnet, kann aber nur schwer in eine Kategorie gefasst werden: Sich an ihre Kindheit, ihre Anfänge als Fotografin und Regisseurin der Nouvelle Vague zurückerinnernd wählt Agnès Vardas keine chronologische, eindeutige Darstellung sondern eine Collage von wunderschönen Tableaus, zum Teil sehr seltenen Archivaufnahmen und amüsanten Spielszenen.
In kontrastreichem Schwarzweiß inszeniert Philippe Garrel in LA FRONTIÈRE DE L'AUBE (Frontier of Dawn, 2008) eine Verschmelzung von Realität und Einbildung: Die Schauspielerin Carole nimmt sich aus Verzweiflung über das Scheitern ihrer Affäre mit François das Leben und erscheint ihm ein Jahr darauf, kurz vor seiner Eheschließung, als Geist. Garrels Parabel auf die Macht der Liebe wurde beim Festival in Venedig ausgezeichnet.
LA VIE MODERNE (Modern Life, 2008) beschließt Raymond Depardons Trilogie „Profils paysans” über den Alltag von Landarbeitern, zu denen er während langer Aufenthalte in der Provinz Kontakt und Vertrauen gefunden hat. Die Kamera beobachtet die schweigsamen Zeitgenossen bei ihrer Arbeit und entlockt ihnen interessante und brisante Kommentare. Die einfühlsame Dokumentation kann auch als Kritik am modernen hastigen Leben verstanden werden.
In UN CHAT UN CHAT (Pardon My French, 2009) von Sophie Fillières, reich an überraschenden Wendungen und amüsanten Ideen, stehen zwei ungewöhnliche Frauen im Mittelpunkt: Die Schriftstellerin Nathalie (Chiara Mastroianni), die eigentlich Célimène heißt, an einer Schreibblockade leidet und im wirklichen Leben kaum Fuß fassen kann. Und Anais, die alles von Nathalie gelesen hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als dass diese über ihr Leben schreibt.
Das filmzitatreiche Drehbuch zu LOUISE-MICHEL (Louise Hires a Contract Killer, 2008) wurde mit dem Spezialpreis der Jury beim Sundance Filmfestival ausgezeichnet und demonstriert den Faible des Regieduos Gustave de Kervern und Benoît Delépin für skurrile, oftmals gewagte Witze: Louises Fabrik schließt von einem Tag auf den anderen, da die Produktion nach Asien verlagert wird. Mit der Abfindung heuert sie einen dilettantischen Killer an, der ihren Boss um die Ecke bringen soll.
Fred Cavayés POUR ELLE (Anything for Her, 2008) entwickelt sich nach und nach zu einer immer rasanteren, tragischen Studie über Selbstaufgabe und Verzweiflung: Lisa (Diane Kruger) - glücklich verheiratet und Mutter eines Sohnes - wird wegen Mordes zu mehrjähriger Haft verurteilt. Von der Unschuld seiner Frau überzeugt, doch von der Justiz im Stich gelassen, entschließt sich Julien (Vincent Lindon), sie zu befreien. mehr
       
blind Trennlinie
     
  LA DENTELLIÈRE Die Spitzenklöpplerin

COUP DE FOUDRE Entre nous

GABRIELLE Gabrielle – Liebe meines Lebens

LA PIANISTE Die Klavierspielerin

SAUVE QUI PEUT (LA VIE) Rette sich, wer kann (das Leben)

LA SEPARATION Trennung

DEUX Two

  HOMMAGE AN ISABELLE HUPPERT
Mit ihrer überwältigenden Darstellung in Claude Gorettas LA DENTELLIÈRE (Die Spitzenklöpperin, 1977) schaffte Huppert den Durchbruch als Charakterschauspielerin: Die in sich gekehrte, unscheinbare Béatrice arbeitet in einem Friseursalon und begegnet eines Tages dem wohlhabenden, gebildeten François, der ihr erster Freund wird. Er erklärt ihr, dass sie sich weiterentwickeln, weiterbilden müsse, worauf sie augenscheinlich nicht reagiert.
Diane Kurys COUP DE FOUDRE (Entre nous, 1983) ist eine verständnisvolle Analyse von Sehnsüchten und Liebesfluchten: Die Jüdin Lena (Isabelle Huppert), die während der Vichy-Diktatur in ein Internierungslager gebracht und dort - zu ihrer Rettung - von einem Wärter geheiratet wurde, und Madeleine (Miou-Miou), die ihren ersten Ehemann während einer Straßenschlacht verlor, begegnen sich in den 1950er Jahren. Je mehr sie sich einander annähern, umso stärker entfremden sie sich von ihren Partnern.
In Patrice Chéreaus GABRIELLE (Gabrielle – Liebe meines Lebens, 2005), nach einer Geschichte Joseph Conrads, glänzt eine gleichsam versteinerte und dennoch magische Huppert: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnen ein gut situierter Pariser Bürger und seine untreue Frau (Isabelle Huppert) ein langes, schockierend offenes Gespräch. Über das konkrete Scheitern einer Ehe hinaus spiegelt der Film auch die selbstzerstörerische Wirkung der Dekadenz.
Vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Darstellerpreis in Cannes, wurde Isabelle Huppert für die Hauptrolle in LA PIANISTE (Die Klavierspielerin, 2001) nach dem Roman von Elfriede Jelinek und unter der Regie Michael Hanekes, einem ihrer erklärten Lieblingsregisseure: Der gutaussehende Walter zeigt Interesse an seiner oberflächlich strengen, gefühllosen Klavierlehrerin. Als sie ihm ihre Gewaltfantasien offenbart, beginnt ein quälendes Spiel aus Über- und Unterordnung.
Jean-Luc Godards SAUVE QUI PEUT (LA VIE) (Rette sich, wer kann – das Leben, 1980) erzählt in Form von unzusammenhängenden Episoden drei gleichnishafte Geschichten, von menschlichen Begegnungen: Huppert verkörpert die im Werk Godards stets wiederkehrende Rolle einer Prostituierten, die mühsam ihren Lebensunterhalt verdient.
Während einer Kinovorstellung von Rossellinis Europa ’51 versucht Pierre (Daniel Auteuil) die Hand seiner Frau (Isabelle Huppert) zu fassen, doch sie zieht sie zurück, und er spürt zum ersten mal ihre Entfremdung. Überwiegend aus der Perspektive des Ehemannes erzählt, gestaltet Christian Vincent mitLA SEPARATION(Trennung, 1994) eine konsequent leidenschafts-, aber nicht gefühllose Analyse eines Auseinanderlebens.
Eigens für Huppert schrieb Werner Schroeter die Hauptrolle in seiner „surrealistischen Autobiografie“ DEUX (2002). Diese erzählt von den adoptierten Zwillingsschwestern Magdalena und Maria (beide von Huppert dargestellt), die nichts von der Existenz der anderen wissen. Beide sind Personifikationen und zugleich Fiktionalisierungen der Person Werner Schroeter. Es entstand die sowohl kryptische als auch faszinierende Verbildlichung geheimer Leidenschaften und Gedanken.
Nach einem Drehbuch von Elfriede Jelinek verfilmte Werner Schroeter mit MALINA (1991) den einzigen Roman Ingeborg Bachmanns. Eine Wiener Schriftstellerin (Isabelle Huppert) sucht in der Affäre mit einem jungen Ungarn einen Ausweg aus ihrer leidenschaftslosen Ehe, doch mit zunehmender Enttäuschung verliert sie sich in ihren eigenen Träumen und Wahnvorstellungen.
Eine der berühmtesten weiblichen Figuren der französischen Literatur verkörperte Huppert in MADAME BOVARY (1991). Emma Bovary, Gattin eines Landarztes, durchlebt die Langeweile und Enge des Provinzlebens und flüchtet sich in kurze, aber umso schmerzlichere Affären. Regisseur Claude Chabrol äußerte, er habe den Film so inszeniert, wie Flaubert ihn gedreht hätte, wenn er statt einer Feder eine Kamera in den- Händen gehabt hätte. mehr
       
  Trennlinie
     
  GENTLEMAN JIM

 

 

KLASSIKER UND RARITÄTEN
In Raoul Walshs GENTLEMAN JIM (Der freche Kavalier, 1942) brilliert Errol Flynn als der  berühmte, amerikanische Boxer Jim Corbett - seine erklärte Lieblingsrolle. San Francisco 1887: Der ehrgeizige Bankkassierer Corbett träumt von einer Karriere als Preisboxer. Durch die Millionärstochter Victoria bekommt er Zugang zum exklusiven Olympic Club und beginnt einen kometenhaften Aufstieg.
Weitere Klassiker und Raritäten sehen Sie mit LA SÉPARATION (Trennung, 1994), SAUVE QUI PEUT (LA VIE) (Rette sich, wer kann (das Leben), 1980) und MADAME BOVARY (1991) in unserer Hommage an Isabelle Huppert. mehr
   
  Trennlinie
     
  BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG   BERNHARD GRZIMEK - ZUM 100. GEBURTSTAG
Die Galerieausstellung würdigt den legendären Frankfurter Zoodirektor, der das TV- und Kinopublikum über Generationen hinweg für Tiere und deren Schutz begeisterte. Präsentiert werden unter anderem zahlreiche Ausschnitte aus seinen Lang-, Kurz- und Fernsehfilmen, Fotografien von Dreharbeiten in Afrika sowie Film- und Fernsehpreise. Die Hommage entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Grzimek, dem Zoo Frankfurt und dem Hessischen Rundfunk. mehr
       
  Trennlinie
     
  H.R. Giger. Kunst - Design - Film   H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM
Unsere Sonderausstellung vereint erstmals wichtige, filmbezogene Werke des Schweizer Künstlers und Filmdesigners – neben 35 Original-Gemälden sind auch faszinierende Skulpturen sowie spannende Filmtrick-Requisiten und Kostümteile zu sehen. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
  Trennlinie
     
  HORTON HÖRT EIN HU! (2008)   KINDERKINO & KINDERATELIER

Horton ist ein großer, dicker Elefant und glücklich mit seinem Leben im Dschungel von Nümpels. Eines Tages geschieht jedoch etwas Merkwürdiges: HORTON HÖRT EIN HU! (2008). Es sind die winzigen Bewohner eines Staubkorns, deren Welt bedroht ist und die nach ihm rufen. Obwohl die anderen  Dschungelbewohner seiner Geschichte nicht glauben versucht Horton, die Welt der Winzlinge zu retten. mehr

Vom 13. Juli bis 21. August sind Sommerferien in Hessen. Unsere Museumspädagogik bietet ein buntes Programm von Workshops – mit vielen Überraschungen. Mitmachen kann jeder ab zehn Jahren. Am ersten Wochenende nach den Ferien werden alle selbst gedrehten Filme in einer Premierenvorführung in unserem Kino gezeigt. Informationen und Anmeldung.

In unserem kinderatelier können Besucher am Wochenende optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Trickfilm animieren, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
  Trennlinie
     
  DIE STORY VON MONTY SPINNERRATZ (1996/97)   LUCAS – 32. Internationales Kinderfilmfestival (6. bis 13. September)
Das LUCAS-Programm steht fest: Schulklassen und Gruppen können ihren Besuch beim bundesweit traditionsreichsten Kinderfilmfestival ab sofort buchen. Bei LUCAS sehen Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren ausgewählte Produktionen aus der ganzen Welt, lernen Filmschaffende und Experten als Gäste kennen, erleben Kinokultur auf der Leinwand und diskutieren über die Filme. mehr
       
  Trennlinie
     
  filmportal.de   NEUES AUF FILMPORTAL.DE
Neu im Kino: 9TO5 - DAYS IN PORN (2008)
Fernseh-Reportagen zum Thema Porno-Business gibt es jede Menge, doch meist erschöpfen sie sich in lüsternen Bildern und einer oberflächlichen Faszination an der Verruchtheit des Sujets. mehr
Neu im Kino: HÄNDE HOCH - ODER ICH SCHIESSE! (1965/1966 + 2009)
Das 11. Plenum des ZK der SED, das im Dezember 1965 tagte, bedeutete eine Zäsur im Kulturschaffen der DDR. Mit unerwarteter Schärfe prangerten die Sitzungsteilnehmer die "zweifelhafte Moral" von Künstlern und Kunstwerken an. mehr
Regisseur der Woche: Roland Klick
Am 4. Juli wird Roland Klick 70 – ein mehr als gebührender Anlass, um sich an die zeitlos beeindruckenden Filme des unkonventionellen Autoren und Regisseurs zu erinnern. mehr

       
  Trennlinie
       
     
  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

02 Do

 

Klassiker & Raritäten
GENTLEMAN JIM (OF)

Französische Filmwoche
BELLAMY (OmU)

 

03 Fr

14.30 Uhr: Kinderkino
HORTON HÖRT EIN HU! (DF)
FSK ab 0, empfohlen ab 4 Jahren

Französische Filmwoche
LES PLAGES D'AGNÈS (OmU)

Französische Filmwoche
BELLAMY (OmU)

Französische Filmwoche
LA FRONTIERE DE L'AUBE (OmeU)

04 Sa

 

Französische Filmwoche
LA VIE MODERNE (OmeU)

20.00 Uhr: Französische Filmwoche | Isabelle Huppert
LA DENTELLIÈRE (OmeU)

Französische Filmwoche I Isabelle Huppert
COUP DE FOUDRE ENTRE NOUS (OmeU)

05 So

16.00 Uhr: Kinderkino
HORTON HÖRT EIN HU! (DF)
FSK ab 0, empfohlen ab 4 Jahren,

Französische Filmwoche | Isabelle Huppert
GABRIELLE (OmU)

20.00 Uhr: Französische Filmwoche | Isabelle Huppert
LA PIANISTE (OmU)

 

06 Mo

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert (geändert)
SAUVE QUI PEUT (LA VIE) (OmeU)

Französische Filmwoche (geändert)
UN CHAT UN CHAT (OmU)

 

07 Di

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
LA SEPARATION (OmeU)

Französische Filmwoche
LOUISE-MICHEL (OmU)

 

08 Mi

 

Französische Filmwoche | Isabelle Huppert (geändert)
DEUX (OmeU)
zu Gast: Isabelle Huppert und Werner Schroeter

21.00 Uhr: Französische Filmwoche | Isabelle Huppert (geändert)
MALINA (dt.OF)
Zu Gast: Isabelle Huppert und Werner Schroeter

 

09 Do

 

Klassiker & Raritäten | Isabelle Huppert
MADAME BOVARY (OmeU)
Einf.: Beate Dannhorn

20.45 Uhr: Französische Filmwoche
POUR ELLE (OmU)

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm Juli (PDF / Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium Juli zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin