DIF/DFM
 

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09. bis 16. April 2009

     
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Liebe Leserinnen und Leser,

sechs Jahre liegt sein letzter Kinofilm zurück, nun freuen wir uns, dass Werner Schroeter sein aktuelles Werk NUIT DE CHIEN (F/D/PT 2008) in unserem Haus präsentiert. Als Gast der Veranstaltungsreihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ spricht er mit Claudia Lenssen (epd Film). Schröter, der 1980 für PALERMON ODER WOLFSBURG mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, erhielt letztes Jahr in Venedig den Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk.

Gäste erwarten wir auch am kommenden Dienstag in der Reihe Dokumentarfilm & Gespräch. Nach der Vorführung von DER ANDERE IM AUGENBLICK (2008) und WAR PHOTOGRAPHER (2001) sprechen Katja Trenkler (Regisseurin) und Ursula Meissner (Fotografin) über die Wirksamkeit von Bildern.

An Karfreitag bleibt unser Haus geschlossen. Am Ostersonntag und Ostermontag sind die Ausstellungen von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Besonders hinweisen möchten wir Sie auf eine 70-mm-Kinovorstellung am Ostermontag: FLYING CLIPPER. TRAUMREISE UNTER WEISSEN SEGELN (1962), die erste deutsche Langfilm-Produktion im Breitbildformat. Die Vorstellung in der Reihe 70mm – Bigger Than Life im März war ausgefallen.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und viel Erfolg bei der Eiersuche!

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

Nippon Connection
Carte Blanche Volker Schlöndorff
Was tut sich – im deutschen Film?
70mm – Bigger Than Life
Dokumentarfilm & Gespräch
H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Klassiker & Raritäten
Kinderkino & Kinderatelier
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

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  BURUU FIRUMU NO ONNA Blue Film Woman

RAIGYO The Woman in Black Underwear

  NIPPON CONNECTION
Am kommenden Donnerstag startet unserer Retrospektive im Rahmen des japanischen Filmfestival Nippon Connection. Mit acht „pinku eiga“ zeigen wir ausgewählte und herausragende Beispiele des in Japan äußerst beliebten, aber in Europa noch relativ unbekannten Subgenres des Pink-Films.
Einer der ersten Farb-Filme seiner Gattung war BURUU FIRUMU NO ONNA (Blue Film Woman, 1969). Mukai Kan, einer der vergessenen Helden des Pink-Films, schildert darin den Versuche einer Frau, einen korrupten Banker zu erpressen, der für den Tod ihrer Eltern verantwortlich ist. Gefilmt in psychedelischen Farben vor dem Hintergrund des swingenden Tokyo der 1960er.
Zeze Takahisas RAIGYO (The Woman in Black Underwear, 1997) handelt von einer Frau und einem Mann, die sich über einen Telefon-Dating-Club im Love-Hotel einer düsteren und schmutzigen Provinzstadt verabreden – mit schockierenden Folgen. Ein modernes und atmosphärisches Meisterwerk des Genres, von einem der „Four Kings of Pink“. mehr
       
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  IL GATTOPARDO Der Leopard

GYCKLARNAS AFTON Abend der Gaukler

KISS ME STUPID Küss mich, Dummkopf

ON THE WATERFRONT Die Faust im Nacken

 

 

CARTE BLANCHE VOLKER SCHLÖNDORFF
Mit dem eignen Ehrbegriff und dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer setzt sich in L´ARMÉE DES OMBRES (1969), dem vielleicht persönlichsten Film von Jean-Pierre Melville, eine Gruppe französischer Resistance-Kämpfer auseinander. Für den Spielmannzug der Wehrmacht auf den Champs Elysées organisierte Schlöndorff eine Bergmannskapelle aus dem Ruhrgebiet.
Unter den Meisterwerken in Luchino Viscontis Filmografie hat IL GATTOPARDO (1963) einen besonderen Platz, man denke an die hervorragende Besetzung (Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon) und die schier endlos scheinende Ball-Sequenz, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen.
In einem Pariser Kino, sah Schlöndorff als einen der ersten Filme von Ingmar Bergman GYCKLARNAS AFTON (1953): „Ein alternder Schauspieler, noch in verschmierter Clownsmaske, setzte eine Pistole an, um sich das Hirn auszublasen. Über Geröll und Steine lief eine verstörte, junge Frau zum Strand eines nordischen Meeres. Nie wieder im Leben ist mir ein Werk verzweifelter vorgekommen, auch kein Film von Bergman selbst.“
Von Billy Wilder, den Schlöndorff in seiner Dokumentation BILLY WILDER, WIE HABEN SIE’S GEMACHT? (1992) porträtierte, stammt die temporeiche Verwechslungskomödie KISS ME STUPID (1964): Nachdem in einem verschlafenen Kaff der Sturm um einen Schwerenöter weitergezogen ist, sagt die versöhnungswillige Gattin zu ihrem reumütigen Mann: „Küss mich, Dummkopf!“
ON THE WATERFRONT (Die Faust im Nacken, 1954) sollte zu einem prägenden Kinoerlebnis für Schlöndorff werden: „Ich konnte nicht benennen, was mich mehr aufwühlte, die gnadenlose Bosheit der Welt oder der fast unmögliche Kampf gegen die Ungerechtigkeit? Oder war es die Freude, von Liebe belohnt und beflügelt zu werden, ermutigt von einem bigger than life-Priester? Oder war es die Ausstrahlung des jungen Brando, die realistische Schwarzweiß-Fotografie, die hautnahe, alles dramatisch zuspitzende Regie Elia Kazans oder die dynamische Musik Leonard Bernsteins?“ mehrerdächtigen zum Opfer von Polizei, Justiz und Sensationspresse. mehr
   
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  NUIT DE CHIEN (2008

 

  WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM?
Die Vorlage für NUIT DE CHIEN (2008) fand Werner Schroeter im Roman Para este noche von Juan Carlos Onetti. Im Vordergrund der Anti-Utopie steht die Frage nach der Möglichkeit des Menschen, sich Gewalt und Brutalität zu widersetzen: Der Widerstandskämpfer Ossorio kehrt in seine von einer Militärgewalt belagerte Heimatstadt zurück; es herrschen Perversion, politischer Terror und Untergangsstimmung. Anlässlich der Filmpremiere lobte die Libération Schroeter für sein Kino von „reinster Magie”, das „eine neue Welt erfindet, eine neue Zeit voller Künstlichkeit und Schönheit”. mehr
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  FLYING CLIPPER. TRAUMREISE UNTER WEISSEN SEGELN   70MM – BIGGER THAN LIFE
FLYING CLIPPER. TRAUMREISE UNTER WEISSEN SEGELN (1962, MCS-70) von Hermann Leitner und Rudolf Nußgruber war der erste lange deutsche 70-mm-Film. Zu einer Zeit, als eine Urlaubsreise ins Ausland noch kein Massenphänomen war, zeigte er die Fahrt eines schwedischen Segelschiffes und seiner internationalen Besatzung durchs Mittelmeer mit wunderschönen Aufnahmen von den Stationen der Reise. mehr
       
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  WAR PHOTOGRAPHER (2001)

 

  DOKUMENTARFILM & GESPRÄCH
In WAR PHOTOGRAPHER (2001) porträtiert Regisseur Christian Frei einen der berühmtesten Kriegsfotografen unserer Zeit: James Nachtwey. Die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Dokumentation begleitet den Fotografen über zwei Jahre hinweg durch zahlreiche Krisengebiete. Die Kurzdokumentation DER ANDERE IM AUGENBLICK (2008) stellt die Frage, wie FotografInnen Menschen in Kriegen, Krisen und Katastrophen begegnen. Die Fotografen Ursula Meissner, Lukas Gold und Fadi Arouri schätzen die Wirksamkeit ihrer Bilder ein und beziehen Stellung zu der Rolle der Medien. Ursula Meissner und die Regisseurin Katja Trenkler sprechen im Anschluss über ihre Arbeit. mehr
       
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  H.R. Giger. Kunst - Design - Film

 

 

H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM
Erstmals vereint die Ausstellung alle wichtigen, filmbezogenen Werke von H.R. Giger. Unter den präsentierten Skulpturen befindet sich das lebensgroße Modell der animatronischen Puppe Sil aus dem Science-Fiction-Film Species (1995). Regisseur Roger Donaldson hielt Giger für den geeigneten Designer, weil die Hauptfigur abstoßend und gleichzeitig anziehend wirken sollte, wie dies bei Gigers Zeichnungen oft der Fall ist. Wiederkehrendes Thema seiner faszinierenden Werke sind die „Biomechanoide“, in denen eine Verschmelzung von Technik und Mechanik mit dem Kreatürlichen erfolgt. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
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  DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM

LOST MEDIA: FOUND

 

 

KLASSIKER UND RARITÄTEN
In DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM (1975), nach einer Erzählung von Heinrich Böll, wird eine Haushälterin (Angela Winkler) durch die Bekanntschaft zu einem Terrorverdächtigen Opfer von Polizei, Justiz und Sensationspresse. Volker Schlöndorffs und Margarethe von Trottas Film zählte zu den ersten international vielbeachteten Werken des jungen deutschen Films.
Schlöndorffs Verfilmung des gleichnamigen Günter Grass Romans DIE BLECHTROMMEL (1979) wurde zum erfolgreichsten deutschen Film der Nachkriegsgeschichte, mit der Goldene Palme und dem Oscar ausgezeichnet: Aus Protest gegen die Erwachsenenwelt stellt Oskar Matzerath an seinem dritten Geburtstag das Wachstum ein.
In DER FANGSCHUSS (1976), nach einem Roman von Marguerite Yourcenar, ergründet Schlöndorff anhand der unglücklichen Liebe zwischen der leidenschaftlichen Adligen Sophie (Margarethe von Trotta) und dem gefühlskalten preußischen Offizier Erich (Matthias Habich) auf welche Gesellschaftsschichten sich das NS-Regime stützen konnte.
Eine Rarität sehen sie mit BURUU FIRUMU NO ONNA (1969) in der Retrospektive Nippon Connection, den Klassiker ON THE WATERFRONT (1954) zeigen wir in der Carte Blanche Schlöndorff. mehr
       
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  OH, WIE SCHÖN IST PANAMA   KINDERKINO & KINDERATELIER
Am Ostersonntag zeigen wir OH, WIE SCHÖN IST PANAMA (2006): Als der kleine Bär und der kleine Tiger eine Kiste mit der geheimnisvollen Aufschrift „Panama“ finden, die wunderbar nach Bananen duftet, beschließen sich sich auf die Reise das ferne Land zu machen. mehr
Im unserem kinderatelier können große und kleine Besucher optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Trickfilm animieren, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
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  filmportal.de   filmportal.de
Neu im Kino: So glücklich war ich noch nie
Hochstapler sind immer wieder für Schlagzeilen gut, sei es als Krankenhaus-Chefarzt ohne jede medizinische Ausbildung oder als angeblich hochrangiger Militär, der sogar eine Nato-Sicherheitskonferenz organisiert. mehr
Neu im Kino: Bis später, Max!
Der Schriftsteller Max Kohn ist kein Kind von Traurigkeit: Obwohl er stramm auf die 80 zugeht, zeigt er ein durchaus reges Interesse an der Damenwelt – wofür ihm eine Lesereise jede Menge Möglichkeiten bietet. mehr
Regisseur der Woche: Uli Edel
2008 gelang Uli Edel mit "Der Baader Meinhof Komplex" ein fulminantes Kino-Comeback – mit dem RAF-Drama schien Edel stilistisch direkt an seine "Christiane F."-Zeit anzuknüpfen. mehr

       
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  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

09 Do

 

Klassiker und Raritäten I Volker Schlöndorff
Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Carte Blanche Schlöndorff
L’Armée des ombres (OmeU)

 

10 Fr

 

19.00 Uhr: 70 mm – Bigger than Life
Flying Clipper. Traumreise unter weissen SEGELN (OF)

Keine Vorstellung!

 

11 Sa

 

Klassiker und Raritäten I Volker Schlöndorff
Die Blechtrommel

Carte Blanche Schlöndorff
Il Gattopardo (OmU)

Entfällt wegen Überlänge

12 So

16.00 Uhr: Kinderkino
Oh, wie schön ist Panama

Carte Blanche Schlöndorff
Gycklarnas afton (OmU)

Carte Blanche Schlöndorff
Kiss me Stupid (DF)

 

13 Mo

 

Keine Vorstellung!

Keine Vorstellung!

 

14 Di

 

Klassiker und Raritäten | Carte Blanche Schlöndorff
On The Waterfront (DF)

20 Uhr: Dokumentarfilm & Gespräch
Vorfilm: Der Andere im Augenblick
War Photographer (OmU)
Im Gespräch: K. Trenkler u. U. Meissner

 

15 Mi

 

Klassiker und Raritäten I Volker Schlöndorff
Der Fangschuß
Einführung: Beate Dannhorn

20.00 Uhr: Was tut sich – im deutschen Film?
Nuit de chien (OmU)
im Gespräch: W. Schroeter u. Claudia Lenssen

 

16 Do

 

19.00 Uhr: Klassiker und Raritäten | Nippon Connection
Buruu firumu no onna (OmeU)
im Gespräch: J. Sharp und R. Domenig

21.30 Uhr: Nippon Connection
Raigyo (OmeU)
Einführung: Jasper Sharp

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm April (PDF / Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium April zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin