DIF/DFM
 

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02. bis 09. April 2009

     
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Liebe Leserinnen und Leser,

Lotte Reiniger (1899-1981) nimmt als Pionierin des Animationsfilms einen bedeutenden Platz in der Filmgeschichte ein. Neben den Silhouetten im Schriftgutarchiv des DIF findet sich im Filmarchiv der weltweit größte Bestand mit Filmen der Künstlerin. Bereits 1999 restaurierte das Filmarchiv mit DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED (1923-26) den ersten abendfüllenden Trickfilm der Filmgeschichte.
In Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlag absolut MEDIEN erarbeitete das Filmarchiv in einem mehrjährigen Projekt die Veröffentlichung  des gesamten, heute noch erhaltenen Werks von Lotte Reiniger auf vier Doppel-DVDs. Mit „Lotte Reinigers Doktor Dolittle & Archivschätze“ erscheint nun die vierte und letzte Veröffentlichung der Gesamtausgabe, die natürlich auch über unseren Online-Shop erhältlich ist.
Am morgigen Freitag (20 Uhr) stellt das Filmarchiv des Instituts die Gesamtedition vor, im Programm des Abends mit seltenen oder bisher verschollenen Filmen finden sich ein frühes und ein spätes Werk, die beide dank der langjährigen Recherchen nun erstmalig gezeigt werden können: DAS ORNAMENT DES VERLIEBTEN HERZENS (1919) und HELEN LA BELLE (1957).

Gäste erwarten wir in der Film- und Gesprächsreihe Kino & Couch: An die Vorführung von LE FILS (F 2002) schließt sich ein Dialog aus psychoanalytischer (Reinhard Otte) und filmwissenschaftlicher Perspektive (Heike Kühn) sowie ein Gespräch mit dem Publikum an.

Information & Ticketreservierung unter: 069 - 961 220 220

www.deutschesfilmmuseum.de

 

INHALT

Carte Blanche Volker Schlöndorff
Klassiker & Raritäten
Hommage am Lotte Reininger
Kino & Couch – Vaterbilder
H.R. Giger. Kunst · Design · Film
Lost Media: FOUND
Kinderkino & Kinderatelier
Neues auf filmportal.de
Kinoprogramm zum Ausdrucken
Museumspädagogik

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Online-Shop

         
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  AUF WIEDERSEHEN, FRANZISKA!

LA MAMAN ET LA PUTAIN Die Mama und die Hure

ICH WAR NEUNZEHN

IKIRU IKIRU – EINMAL WIRKLICH LEBEN

THE SEARCHERS Der schwarze Falke

ON THE WATERFRONT (Die Faust im Nacken, 1954)

  CARTE BLANCHE VOLKER SCHLÖNDORFF
Volker Schlöndorff feierte am vergangenen Dienstag seinen 70. Geburtstag, mit einer Carte Blanche gestaltet der Regisseur in unserem Kino eine eigene Filmreihe mit bedeutenden und ihn prägenden Werken.
„Das großartige Gesicht, ihre völlig untheatralische Art, sich vor der Kamera zu verhalten, hat mich bei der frühen Marianne Hoppe immer an Jeanne Moreau erinnert“, sagt Schlöndorff. An die Schauspielerin und an Helmut Käutner, einen Großen des Regiefaches, erinnert er mit AUF WIEDERSEHEN FRANZISKA (1941).
LE FEU FOLLET (Das Irrlicht, 1963) half Louis Malle nach dem Tod eines Freundes aus einer persönlichen Krise. Auch für Schlöndorff, damals Assistent des französischen Regisseurs, bedeutete das Filmprojekt eine Zäsur: Während Malle seinen Film schnitt, begann er das Drehbuch zu DER JUNGE TÖRLESS zu schreiben.
 „Eustache zeigt uns Anfang der Siebziger den 68er-Protest gegen das Bürgertum als in sich selbst erstarrte Geste. (...) Verkehrte Welt des intellektuellen Scheins: das Leben als Parabel auf die Literatur, die Musik, das Kino,“ schreibt Maya McKechneay über LA MAMAN ET LA PUTAIN (1973), gerade in der heutigen 68er-Nostalgie sehenswert!
Unter den von der DEFA produzierten DDR-Filmen war für Schlöndorff, der damals in Paris lebte, ICH WAR NEUNZEHN (DDR 1968) am beeindruckendsten:
In Konrad Wolfs auf eigenen Erinnerungen beruhendem, episodisch gestaltetem Antikriegsfilm – ohne Pathos und Larmoyanz inszeniert – steht ein junger Exilant im Zentrum, der als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt.
In Akira Kurosawas IKIRU (1952) möchte der todkranke Abteilungsleiter einer städtischen Beschwerdestelle dem Leben noch etwas abgewinnen und setzt sich für den Bau eines Kinderspielplatzes in einer armen Wohngegend ein. „In der Cinémathèque gab es nur eine Kopie mit deutschen Untertiteln, die ich jedes Mal simultan übersetzen musste. So kann ich den Film heute noch auswendig: Bild und Ton.“
Zu den bedeutendsten Western gehört zweifellos John Fords THE SEARCHERS (1956) mit John Wayne und Jeffrey Hunter. „Unvergesslich die Einstellung, wie Nathalie Wood hinter einer Sanddüne auftaucht. Bei ULZHAN musste ich oft daran denken.“
ON THE WATERFRONT (Die Faust im Nacken, 1954), den er bei einem Ferienaufenthalt in Deutschland sah, sollte zu einem prägenden Kinoerlebnis werden: „Ich konnte nicht benennen, was mich mehr aufwühlte, die gnadenlose Bosheit der Welt oder der fast unmögliche Kampf gegen die Ungerechtigkeit? Oder war es die Freude, von Liebe belohnt und beflügelt zu werden, ermutigt von einem bigger than life-Priester? Oder war es die Ausstrahlung des jungen Brando, die realistische Schwarzweiß-Fotografie, die hautnahe, alles dramatisch zuspitzende Regie Elia Kazans oder die dynamische Musik Leonard Bernsteins?“
In L´ARMÉE DES OMBRES (1969), dem vielleicht persönlichsten Film von Jean-Pierre Melville, setzt sich eine Gruppe französischer Resistance-Kämpfer mit ihrem eigenen Ehrbegriff und dem Widerstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer auseinander. Für den Spielmannszug der Wehrmacht auf den Champs Elysées organisierte Schlöndorff eine Bergmannskapelle aus dem Ruhrgebiet. mehr
       
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  DAS WUNDER DES MALACHIAS

DIE BLECHTROMMEL

 

 

KLASSIKER UND RARITÄTEN
Begleitend zur Ausstellung „Liselotte Strelow“ im Historischen Museum Frankfurt zeigen wir Kurt Hoffmanns Satire WIR WUNDERKINDER (1958) die von den Lebenswegen der unterschiedlichen Schulkameraden Hans und Bruno erzählt. Neben den hervorragenden Schauspielern beeindruckt vor allem die kabarettistische Rahmenhandlung.
Als Wunschfilm der freunde des deutschen filmmuseums zeigen wir DAS WUNDER DES MALACHIAS (1961). Bernhard Wickis Satire auf das deutsche Wirtschaftswunder handelt von dem Mönch Malachias, dessen Gebet ein Wunder in einer deutschen Industriestadt bewirkt und nimmt mit viel schwarzem Humor die Geld- und Sensationsgier der Wohlstandsbürger aufs Korn.
Lange Zeit galt Günter Grass Roman über Oskar Matzerath, der aus Protest gegen die Erwachsenenwelt das Wachstum einstellt, als unverfilmbar. Entgegen der Erwartungen wurde Schlöndorffs DIE BLECHTROMMEL (1979) zum erfolgreichsten deutschen Film der Nachkriegsgeschichte und wurde mit der Goldene Palme und dem Oscar ausgezeichnet.
DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM (1975), Volker Schlöndorffs und Margarethe von Trottas Verfilmung einer Erzählung von Heinrich Böll, zählte zu den ersten international vielbeachteten Werken des jungen deutschen Films: Katharina Blum (Angela Winkler) wird durch ihre zufällige Bekanntschaft mit einem Terrorverdächtigen zum Opfer von Polizei, Justiz und Sensationspresse. mehr
   
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  LOTTE REININGER

 

  HOMMAGE AN LOTTE REININGER
„Lotte Reinigers Doktor Dolittle & Archivschätze“ sowie die vier DVDs umfassende Werkausgabe werden in einem Kinoprogramm seltener Werke vorgestellt. Lotte Reiniger (1899-1981) hatte bereits in den 1920er Jahren die Ästhetik des Silhouettenfilms zur künstlerischen Perfektion entwickelt und schuf in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche von Musik, Märchen und Literatur inspirierte Filme. Umfangreiche Booklets und Bonusmaterialien vervollständigen dieses filmhistorisch herausragende Projekt, das von unserem Institut in Zusammenarbeit mit dem Verlag absolut MEDIEN realisiert wurde. Bereits 2007 erhielt die Edition den Willy-Haas-Preis „für eine bedeutende Publikation zum deutschen Filmerbe“. mehr
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  LE FILS (F 2002)   KINO & COUCH - VATERBILDER
In LE FILS (F 2002) leitet Olivier eine Schreinerwerkstatt für schwierige Jugendliche. Obwohl er weiß, dass der 16-jährige Francis vor fünf Jahren seinen kleinen Sohn ermordet hat, nimmt er ihn in das Betreuungsprojekt auf. Francis ahnt nichts von der Verbindung und bittet Olivier, sein Vormund zu werden. Im Anschluss sprechen der Psychoanalytiker Reinhard Otte und die Filmwissenschaftlerin Heike Kühn über die Suche nach einer Vaterfigur. mehr
       
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  H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM

 

  H.R. GIGER. KUNST · DESIGN · FILM
H.R. Giger ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter des Phantastischen Realismus und gehört zu den wenigen bildenden Künstlern, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Wiederkehrendes Thema seiner faszinierenden Werke voll schrecklicher Schönheit sind die „Biomechanoide“, in denen eine Verschmelzung von Technik und Mechanik mit dem Kreatürlichen erfolgt. In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand unsere Ausstellung, die erstmals seine bedeutenden Filmdesigns in einer umfassenden Schau präsentiert. mehr
Der Katalog zur Ausstellung und seltene Plakate, Grafiken und Bilder des Künstlers, zum Teil handsigniert, werden an der Museumskasse und im Online-Shop angeboten.
       
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  LOST MEDIA: FOUND

 

 

LOST MEDIA: FOUND
Die Galerieausstellung präsentiert Ihnen Gedankenblitze aus der Zukunft der Filmgeschichte mit spannenden Arbeiten der Filmklasse der HfG Offenbach zum Thema Medienarchäologie. mehr
Am kommenden Samstag (ab 15 Uhr) lädt Jos Diegel, der eigene Werke in der Galerie ausstellt, alle Besucher zu einem Material-Film-Workshop ein – ohne Voranmeldung und Aufpreis. mehr
       
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  OH, WIE SCHÖN IST PANAMA   KINDERKINO & KINDERATELIER
Der kleine Bär und der kleine Tiger finden eine Kiste mit der geheimnisvollen Aufschrift „Panama“. Weil sie so gut nach Bananen duftet machen sich die beiden in OH, WIE SCHÖN IST PANAMA (2006) auf die Reise in das ferne Land und erleben viele kleine und große Abenteuer - um schließlich zu merken, dass es zu Hause doch am schönsten ist. mehr
Im kinderatelier, dem Werkstattbereich im Museumsfoyer, können große und kleine Besucher optische Spielzeuge basteln oder selber einen kurzen Knet-Trickfilm herstellen, der als Daumenkino mit nach Hause genommen werden kann. mehr
       
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  filmportal.de   filmportal.de
Neu im Kino: John Rabe
Den "Schindler Chinas" nennt man ihn in den USA, während die Chinesen gar vom "lebenden deutschen Buddha" sprechen: Gemeint ist in beiden Fällen John Rabe, ein deutscher Unternehmer, der im Jahr 1937 während des berüchtigten "Massakers von Nanking" 250.000 Chinesen vor den Übergriffen japanischer Soldaten rettete. mehr
Neu auf DVD: Die Tom Tykwer Kollektion
Mit dem starbesetzten Thriller "The International" hat Tom Tykwer erneut seinen Status als ebenso versierter wie wagemutiger Filmemacher bestätigt. Vielseitig und doch unverwechselbar war auch das bisherige Schaffen des Regisseurs, was "Die Tom Tykwer Kollektion" eindrucksvoll belegt. mehr
Schauspielerin der Woche: Birgit Minichmayr
Das Wunderbarste an der beeindruckenden Karriere von Birgit Minichmayr ist vielleicht, dass sie so herzlich wenig Interesse am Stardasein zeigt und dafür umso mehr als exzellente Schauspielerin überzeugt. mehr

       
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  Kinotermine im Deutschen Filmmuseum (Telefon 069 / 961 220 220)
   

 

Tagsüber

18 Uhr

20.30 Uhr

22.30 Uhr

02 Do

 

Klassiker und Raritäten
Wir Wunderkinder

20.00 Uhr: Kino und Couch
Le Fils (OmU)
Psychoanalyt. Komm.: Reinhard Otte, Filmwiss. Komm.: Heike Kühn

 

03 Fr

14.30 Uhr: Kinderkino
Oh, wie schön ist Panama

Carte Blanche Schlöndorff
Auf Wiedersehen, Franziska!

20.00 Uhr: Hommage an Lotte Reiniger
Filmprogramm
Einführung von Christel
Strobel, Anke Mebold, Thomas Worschech

Carte Blanche Schlöndorff
Le Feu follet (OmU)

04 Sa

 

Klassiker und Raritäten
Wir Wunderkinder

Carte Blanche Schlöndorff
La Maman et la putain (OmeU)

Entfällt wegen Überlänge

05 So

16.00 Uhr: Kinderkino
Oh, wie schön ist Panama

Carte Blanche Schlöndorff
Ich war neunzehn

Carte Blanche Schlöndorff
Ikiru (DF)

 

06 Mo

 

Keine Vorstellung!

Keine Vorstellung!

 

07 Di

 

Klassiker und Raritäten I Wunschfilm freunde
des deutschen filmmuseums
Das Wunder des Malachias
Einführung: Margot Müller

Carte Blanche Schlöndorff
The Searchers (OF)

 

08 Mi

 

Klassiker und Raritäten I Volker Schlöndorff
Die Blechtrommel

Carte Blanche Schlöndorff
On the Waterfront (DF)

 

09 Do

 

Klassiker und Raritäten I Volker Schlöndorff
Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Carte Blanche Schlöndorff
L’Armée des ombres (OmeU)

 

         
 

Alle Termine und Filmtexte finden Sie in unserem gedruckten Programmheft, das im Museum ausliegt und postalisch an Inhaber der Kinocard und Mitglieder unserer Freundeskreise verschickt wird. Wollen auch Sie das Programmheft jeden Monat frei Haus? mehr
Online finden Sie das Programm April (PDF / Flash) sowie die Kinotermine im Tabellarium April zum Ansehen und Ausdrucken.

Mit besten Grüßen vom Museumsufer
i.A. Horst Martin